Geschlecht: Hündin
Alter: 1 Jahr
Rasse: Bardino
Schulterhöhe: 40 cm, 18 kg
Kastriert/Sterilisiert: Ja
Schutzgebühr: 320 € zzgl. 80 € Flugkostenpauschale
Klicken zum Vergrößern   Klicken zum Vergrößern   Klicken zum Vergrößern   Klicken zum Vergrößern   

Klicken zum Vergrößern   Klicken zum Vergrößern   
Beschreibung/Lebenslauf: PS FE, geb: 02/20, Hündin. Auf der Finca seit 01/21

Unsere Tierschutzkollegen von der Finca Esquinzo sahen May in der Perrera im Süden der Insel und beschlossen, sie mit auf die Finca zu nehmen. Das war ein schwieriges Unterfangen, da die verschüchterte Maus im Zwinger versuchte vor den Menschen zu fliehen. Vor Angst presste sie sich flach auf den Boden, so dass es kaum möglich war, ihr ein Halsband umzulegen. Mit viel Geduld und Spucke gelang es am Ende, doch May’s Panik vergrößerte sich noch beim Verlassen des Zwingers. Sie wehrte sich verzweifelt bis sie die Transportbox sah, in die sie sich dann flüchtete, um sich dort drinnen zu verstecken.

May kam mit folgender Geschichte in die Perrera: Die Hündin tauchte angeblich auf einem Hof auf und fiel die dort lebenden Esel an, woraufhin der Besitzer des Hofes sie in eine Pferdebox sperrte und die Hundefänger informierte. Ihrem Verhalten zufolge gehen wir davon aus, dass May schon immer auf diesem Hof in dieser Pferdebox gelebt hat. Sie kennt nichts und fühlte sich am sichersten in der großen Schlafbox in der Krankenstation. Jegliche Reize, seien es andere Hunde, das offene Gelände der Finca Esquinzo, das Beisammensein mit dem Menschen, alles war ihr fremd und machte ihr Angst. Es tut im Herzen weh, sie ist noch so jung.

Angsthunde stehen unter enormem Stress und für eine positive Entwicklung müssen sie immer wieder zur Ruhe kommen. Aus diesem Grund konfrontierte unsere Inselpflegestelle sie erst mal mit nur einem Menschen und einem souveränen Junghund und schon nach einer Woche waren die ersten kleinen Erfolge zu verzeichnen. May begann mit der Rute zu wedeln und bellte, wenn morgens die Tür der Krankenstation aufging. Sie begann freiwillig aus der Box in das Patio zu laufen, jedoch immer darauf bedacht, dass der Mensch ihr nicht zu nahe kam, Berührungen erlaubte sie nicht und rannte weg.

Als nächster Trainingspunkt stand der erste kurze Spaziergang an. Dazu musste sie ein Halsband umgelegt kriegen, was den Stresslevel wieder erhöhte. Auch der erste Spaziergang von 10 Minuten war für May kein Vergnügen, aber er wurde zur täglichen Routine, die Gänge wurden länger und mehr und mehr verlangte May nach ihrem täglichen Ausgang. Nun begann die nächste Trainingseinheit: Futter aus der Hand zu nehmen. Hier brauchte es sehr viel Ruhe und Geduld bis ein Erfolg verzeichnet werden konnte. Berührungen des Menschen findet May nach wie vor äußerst unangenehm.

Seit dem Tag, als die Finca Esquinzo die junge Bardina aus der Perrera gerettet hat, sind 2,5 Monate vergangen. May läuft inzwischen frei im Rudel am Haus von Pancho und Andrea und lernt das Spielen mit ihren Hundekumpels kennen. Sie kann sich mehr und mehr öffnen, sucht aber auch immer wieder ihre Ruhe fern ab vom Geschehen.

Jegliche Veränderung, sei es Besuch von anderen Menschen, eine Fahrt zum Tierarzt, wenn plötzlich Pancho statt Andrea sie füttert und vieles mehr löst in ihr immer wieder Stress aus und es wird sicherlich noch dauern bis sie eine entspannte Hündin werden wird. Zeit heilt bekanntlich alle Wunden und Zeit ist, was sie braucht und zwar eher viele Monate als Wochen.

Im Fall von May sprechen wir tatsächlich von einem Angsthund. Gerne wird dieses Wort missbräuchlich benutzt, um Hunde zu beschreiben, die sich vor diesem oder jenem fürchten. Für May suchen wir Menschen, die mit solch einer gequälten Seele Erfahrung haben und sich mit äußerster Geduld eines solchen Tieres annehmen möchten. Hier wird es keine schnelle Annäherung an den Menschen geben und auch keine Wesensänderung in kürzester Zeit. Einfühlungsvermögen ist oberstes Gebot, aber auch die Fähigkeiten eines souveränen Hundeführers sind gefragt. Ein gelassener Ersthund wäre für sie sicher von Vorteil.

Bardinos gehören zu den Hütehunden der Kanaren und werden dort als Hüte-, Wach- und Begleithunde eingesetzt. Der entsprechende Schutztrieb sollte bei der Adoption berücksichtigt und nicht unterschätzt werden. Hat man einmal das Vertrauen und die Liebe eines Bardinos gewonnen, bekommt man einen treuen und loyalen Freund fürs Leben.

Wo sind die Menschen, die der süßen May Sicherheit und Führung angedeihen lassen und einer leidenden Seele die Angst nehmen möchten?  

Kontaktdaten

Verein: Tierhilfe Fuerteventura e.V.
Kontaktperson: Sandra Weber
Email: Sandra.Weber@THF-Verein.de
Kontakt-Formular: Wenn Sie sich für May interessieren, füllen Sie bitte das «Kontaktformular» aus
Steckbrief: Anzeige drucken
Telefon: 02362 - 999956
Infoseite: DIE RASSE BARDINO
Eingestellt am: 17.04.2021