Reformen überall, auch im Tierschutz

Reformen entstehen spätestens dann, wenn die Erkenntnis reift, dass man in eine Sackgasse gerät. Spanien hat bis zur Deadline gewartet. Das Ergebnis präsentiert sich in einem heillosen Chaos, einem schmerzhaften Aufwachen, dem – wie paralysiert – vom Volk noch keine Regung folgt. Ohne die Kraft aus den eigenen Reihen kann kein Rettungsfond der viertgrößten EU-Wirtschaftsnation helfen. Noch muss der Erkennungsprozess reifen, dass man sich drehen muss. Aber wie? Sparen ist die neue spanische Zauberformel – und Reformen. Mit dem Sparen hat man begonnen, mit den Reformen tut man sich noch schwer.

Reformen von „oben“ abzuwarten, dauert zu lange und hilft in der aktuellen, misslichen Lage dem Einzelnen nicht. Im Hinblick auf den Tierschutz im Lande sind sie ebenso notwendig. Für die Tiere sind sie noch mehr, sie sind überlebenswichtig. Fakt ist, dass die Zahl der ausgesetzten Hunde im Sog der Krise kontinuierlich steigt. Sie liegen aktuell bei einem realistischen Schätzwert von 200.000. Die Situation der Katzen kann man nicht beziffern, ihr Leid ist unüberschaubar. Immer mehr werden die Probleme herangezüchtet: Der Welpenhandel steigt, das bekommt der Tierschutz ungut zu spüren. Parallel folgt eine spürbare Tierschutz-Trendwende in Richtung Osten. Spanien hat im Moment keine Europameisterschaft zu bieten, nur Pleiten, Pech und Pannen.

Reformen brauchen Ratgeber und Begleiter. Was jede Reform erstickt, sind gut gemeinte Spenden ohne Zielrichtung. „Hilfe zur Selbsthilfe“, statt tröstende Worte in klingende Münze gepackt. Das einstige Team „Tierhilfe Fuerteventura & OKAPI“ ist ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man diese ablehnt.

Lesen Sie hierzu ein erstes Interview der Tierhilfe Fuerteventura e.V. (THF) mit Susanne Haselhorst, 1. Vorsitzende der spanischen Organisation Diez Céntimos para una buena causa (DC), die nach langem und intensiven Planungsvorlauf nun landesweit in medias res geht. DC ist sozialpolitisch engagiert und unterstützt im Verbund mit den Menschen der jeweiligen Gemeinde, wie einem konzentrierten PR-Verbund, ein jeweiliges, soziales Projekt. Genaues erfahren Sie auf der Webseite www.diez-centimos.com, die in Kürze fertig gestellt sein wird.


Vorstand THF: Die Ursprungsidee der THF „Hilfe zur Selbsthilfe“, verlor sich im Laufe der Jahre dahin gehend, dass wir uns immer stärker in das Vermittlungsgeschehen und die unterstützende Arbeit des Tierschutzvereines OKAPI eingebunden haben. Sicherlich, wir haben hier viel geleistet und auch viel erreicht. Unzählige Vierbeiner haben ein schönes Zuhause gefunden, durch intensives Kastrieren haben wir viel Tierleid verhindert und auch die beiden Gemeinden, La Oliva & Puerto del Rosario, zeigten sich unserem Bestreben, die Tiere nicht mehr kategorisch einzuschläfern, positiv gesonnen. Und doch wuchs die Unzufriedenheit. Die Kosten für OKAPI stiegen immens und die Probleme verlagerten sich immer mehr von Süd nach Nord. Sprich, die Ausfuhr spanischer Hunde auf deutsche End- oder Pflegestellen stieg kontinuierlich. Auf der Insel selber aber änderte sich nichts. Immer mehr hatten wir das Gefühl, wir drehen uns im Kreis.

Susanne Haselhorst: Im Rahmen meiner Arbeit für einen europäischen Tierschutzverein, hatte ich viele Einblicke in viele Vereine, in viele Tierheime, in viele Probleme. Egal, wo ich gewesen bin, sie glichen sich immer wie ein Haar dem anderen. Die THF aber war ein Lichtblick. Ein Tierschutzverein muss ähnlich einem Unternehmen geleitet werden, indem alle (!) Facetten berücksichtigt und (vorher!) durchdacht werden müssen, Mitleid allein reicht nicht. Die THF hatte das erkannt und umgesetzt, alle Achtung, das hat echten Vorbildcharakter.

Vorstand THF: Danke für die Lorbeeren, wir reichen sie gerne an unser Mitglieder und Spender weiter.., aber trotz unserer mühevoll aufgebauten Organisation, ist unser Schwerpunkt OKAPI nun wie ein Kartenhaus zusammengeklappt . Sind wir dann nicht doch irgendwo gescheitert?

Susanne Haselhorst: Ein klares NEIN. Gescheitert ist in Punkto THF niemand. Gescheitert sind Andere. Manche haben es inzwischen sogar bemerkt, Andere nicht.
Das Modell, ich nenne es „Klassischer Tierschutz“: Wir sammeln, retten und transportieren die Tiere in das gelobte Land Deutschland, ist ein Auslaufmodell. Das Modell, ich nenne es „Prestige-Tierschutz“: Ich laufe aufgeregt und sehr laut immer dort herum, wo gerade die Presse aktiv ist, wie aktuell schon beinahe ermüdend in der Ukraine und Rumänien zu sehen, rechnet sich verständlicherweise auch nicht, weil die vollmundigen Versprechungen, wie man die Dinge künftig ändern möchte, so wankelmütig sind, wie die Launen der Presse.
Es ist immer schwierig, Tierschutz aus der Entfernung zu betreiben. Tierschutz birgt viel Emotion. Ich kann diese nicht 3000 Kilometer entfernt auffangen.

Vorstand THF: So war der ursprüngliche Gedankengang: Wir helfen den Tierschutzvereinen aus der Entfernung, damit diese „Luft haben“, den Tierschutz vor Ort umzusetzen….

Susanne Haselhorst: ..entschuldigt, dass ich Euch genau an dieser Stelle unterbreche, denn der Satz beginnt signifikant und er endet darin….“mit denen, die die Verantwortung übernommen haben, die Geschicke in ihrer Gemeinde zum Wohle der Gemeinde zu leiten.“ Diese Partner sind die Politiker, die Bürger vor Ort.

Vorstand THF: Gut gebrüllt Löwin…, eigentlich dachten wir mal, dass die „Tierschutz-Partner“, die Dank der THF – also en gros der Menschen, die 3000 Kilometer entfernt sind – diese Partnerschaft vor ihrer kanarischen Haustüre suchen und finden…

Susanne Haselhorst: Gut gekontert, Löwin, aber Ihr begebt Euch auf steiniges Terrain. Derjenige der in einem Tierheim seine Arbeit betreibt, also die Tierpflege, betreibt nicht automatisch auch Tierschutz. Tierschutz beginnt VOR den Pforten der Tierheime, am Schreibtisch, am Telefon, in den Behörden. Da ist der Tierpfleger noch nicht im Dienst. Seine Arbeit beginnt „am Tier“. Eine wichtige Aufgabe die viel Zeit und Sorgfaltspflicht bedarf.
Der nachhaltige Tierschutz hat seinen Ursprung aber in den politischen Köpfen vor Ort.

Das ganze Paket: Tierpflege, Vermittlung , politisch aktiv zu sein, die Kosten- und Personalverwaltung zu leisten, weiterführende Konzepte auszuarbeiten – Ihr seht, wir kommen wieder zu dem „Unternehmen“ zurück – muss auf einem soliden Konstrukt ruhen. Ich kann kein Schiff alleine steuern. Und eine Crew, die ihre Zuordnung nicht versteht, auch nicht. Aus diesem Grund ist OKAPI dann auch in seiner letzten Formation endgültig gescheitert. Aus diesem Grund scheitern auch große Vereine, die meinen, in alle europäischen Winkel verstreut auftreten zu müssen.

Vorstand THF: Du arbeitest jetzt wieder alleinig in Spanien, und auch nicht - wie Du betonst – für den Tierschutz, sondern die „gute Sache“. Wie verstehen unsere Mitglieder und Sponsoren Dich und Deine Organisation im Verbund mit der THF?

Susanne Haselhorst: Man sieht mich am besten als Motor, der in einer komplexen Feinmaschinerie von Sozialpolitik und PR, in den Gemeinden und Menschen vor Ort aktiv das jeweilige Projekt fördert. So wie ich humanitäre Projekte unterstütze und in Kürze auch ein eigenes Projekt diesbezüglich in Katalonien umsetzen werde, liegen mir natürlich auch die Tiere am Herzen.

Vorstand THF: Und da fiel Deine Wahl auf Fuerteventura?

Susanne Haselhorst: Nein, meine Wahl fiel auf die THF. DC ist kritisch in der Wahl seiner Begleitung.

Vorstand THF: Wie stehst Du allgemein zu dem Thema Tierschutz in Spanien – in Europa. Du hast eine Weile „europäisch“ auf diesem Sektor gearbeitet…

Susanne Haselhorst: Ich habe eine ganz simple Theorie: Man muss den Menschen achten und respektieren, wenn man dem Tier helfen will. Querelen und mangelnder Respekt untereinander – gar noch in der Öffentlichkeit - sind unprofessionell.

Will man europäisch arbeiten, lehnt man sich verdammt weit aus dem Fenster. Da muss man schon in der Lage sein, sein Schiff durch eine raue See zu führen und sollte über gut gesicherte Häfen in den jeweiligen Ländern verfügen. Das ist ein ungeheurer Arbeitsaufwand, der Leidenschaft, ein starkes Team, viel Kraft und Mut zur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber bedarf. All das traf ich nicht an. Im Gegenteil.

Alles was gelangweilt und ohne Hintergrundwissen von einer kleinen, fernen Kommandozentrale als „Du musst“, oder „machen Sie mal“ einem kleinen, überforderten Tierschutzverein mit ein paar Münzen serviert wird, verpufft im Nichts. Wenn ich dann über die Jahre hinweg noch nicht einmal kontrolliere, was mit den Spendengeldern vor Ort geschieht, dann ist das in meinen Augen mehr als fahrlässig. Dann hilft auch keine medienwirksame Betroffenheit, kein Aufpeitschen der Hysterie und auch die best getarnte Unwissenheit fliegt irgendwann mal auf.

Vorstand THF: Also besser im kleinen Umfeld und dafür konzentriert arbeiten, als diffus zu wirken – das sehen wir auch so. Deshalb haben wir uns auch einzig auf die kleine Kanareninsel fokussiert. Die THF- Ursprungsidee „Hilfe zur Selbsthilfe“ rückt wieder in den Mittelpunkt des Geschehens. Wir kombinieren „Tierhilfe“ mit „Tierschutz“. Wir begleiten, indem wir fördern. Wir helfen, indem wir heilen. Aber wir retten nicht und wir räumen auch nicht auf. Es war uns von Deutschland aus bislang schwierig, den Gemeinden dies zu erklären, weil das spanische Pendant fehlte, welches die intensive, politische Zusammenarbeit übernimmt.

Susanne Haselhorst: Zumindest das Problem ist gelöst. Fangen wir also an!

Vorstand THF: Wir freuen uns drauf!


Fuerteventura auf dem richtigen Weg

Susanne Haselhorst, 1. Vorsitzende und Gründerin der spanischen Organisation „Diez Céntimos para una buena causa (DC)“, besuchte in der Woche vom 24.01.2012 bis 28.01.2012 die Insel Fuerteventura, um einen weiteren, entscheidenden Schritt in gemeinsamer Tierschutzrichtung zu setzen. Zu diesem Zweck wurde ein Termin mit Claudina Morales, Bürgermeisterin der Gemeinde La Oliva, am Mittag des 25. Januar einberaumt.

Lesen Sie hier ein erstes telefonisches Résumé von Susanne Haselhorst an den Vorstand der Tierhilfe Fuerteventura e.V. (i.V. Jessica Allkemper, 1. Vorsitzende):

Jessica Allkemper: Vorneweg erst einmal vielen Dank, dass Du die THF vertreten hast, leider war es arbeitstechnisch nicht möglich, Dich zu begleiten.

Susanne Haselhorst: Kein Problem, wir haben lange und ausgiebig an einem gemeinsamen Konzept gearbeitet. Viele Wochen Arbeit liegen hinter uns. Es geht eben nichts über eine intensive Vorbereitung, bevor man an die Öffentlichkeit tritt.

Jessica Allkemper: Du nimmst es fast vorneweg: Deine Reise war ein Erfolg?

Susanne Haselhorst: Durch und durch. Ich traf auf den Willen, die Dinge endlich anzupacken. Hinzuschauen anstatt wegzuschauen. Das funktioniert natürlich nur mit einem klaren, auf die jeweilige Region maßgeschneiderten, Konzept. Daran haben wir intensiv gearbeitet und das zahlt sich nun aus.

Jessica Allkemper: Du hattest einen Termin mit der Bürgermeisterin von La Oliva, Sra. Claudina Morales. Wie ist dieser verlaufen?

Susanne Haselhorst: Sra. Morales ist eine junge, engagierte Bürgermeisterin, die schnell auf den Punkt kommt. Sie war gut vorbereitet, kannte die neue Konstellation „THF & DC“ und unser Anliegen einen politischen – und damit nachhaltigen – Tierschutz auf eine solide Basis zu bringen. Sie äußerte im Vorneweg, dass sie hier absolut konform geht und fragte nach unseren Vorstellungen im Einzelnen.

Jessica Allkemper: Diese hatten wir ja von Seiten der THF dahingehend formuliert, dass wir das derzeit mehr als marode Außengehege renovieren und – wenn machbar – auch erweitern wollen, ein Gebäude sollte sich anschließen, damit die Neuankömmlinge in einem separaten Bereich untersucht werden und eventuell auch dort in Quarantäne bleiben können. Die Errichtung einer kleinen „Tiertafel“ wie ein Waschraum ect. sollten nicht fehlen. Ebenso suchen wir ein/zwei Betreuung(en) für die Tiere und natürlich ergänzen sich die medizinische Grundversorgung und die aktive Zusammenarbeit mit einem Veterinär vor Ort.

Susanne Haselhorst: Dies alles wird „ummantelt“ von einer hohen PR-Arbeit im Verbund mit den Kaufleuten, Hoteliers, etc. - den sogenannten DC-Projektpartner für die THF. Privatleute unterstützen indem sie die DC-Karte mittels einer Spende ihrer Wahl erwerben, mit der sie viele Rabatte bei den Projektpartnern erhalten. Diese wiederum erhalten eine starke Gratiswerbung, geben die Karten weiter gegen Spenden aus. Zum Monatsende leisten sie ihren Beitrag. Sie zahlen das, was ihnen das Projekt wert ist.

Jessica Allkemper: Jeder ist frei in seinen Entscheidungen, gebunden wird niemand …, das betrifft auch die Touristen!

Susanne Haselhorst: Sicher, sie „erwerben“ ihre DC-Hotelkarte und haben die Kombination vieler Angebote und der guten Sache gedient zu haben. Zudem gehen ihre Karten nach Urlaubende in eine Lostrommel und sie können so vielleicht einen Gratisurlaub in ihrem Hotel gewinnen. Über unsere Webseiten verfolgen sie auch von Zuhause aus, was aus ihren Spenden wird. Eine Webcam gibt ihnen hier einen sprichwörtlich guten Einblick.

Jessica Allkemper: Alle geben etwas, bekommen mehr zurück und pushen so die gute Sache, in unserem Fall den Tierschutz. Zeitgleich bleibt das Thema in der Gemeinde im positiven Sinn aktuell, das motiviert! Aber was macht die Gemeinde?

Susanne Haselhorst: „Pushen“ ist ein gutes Stichwort. Sie tut genau dieses. Sie trommelt den Verband der Kaufleute zusammen, erleichtert Kontakte, setzt das Konzept auf ihre Webseite, bestärkt ihre Bürger, die natürlich zum Monatsende auch an einer Verlosung teilnehmen, mitzumachen. Sie ist mein direkter Ansprechpartner. Im Gegenzug wird der positive Werbeeffekt durch eine hohe Verlinkung auf vielen Webseiten erscheinen.

Jessica Allkemper: Im Sog dieser „good news“ kommt sie nicht umhin, ihren Bereich, die Protectora La Oliva, „auf Vordermann zu bringen“.

Susanne Haselhorst: Das Terrain der THF wird von der THF betrieben. Das Terrain der Gemeinde, bleibt Gemeindesache. Die Hunde genießen Dank der THF den Komfort eines neuen, schönen Auslaufes, einer liebevollen Betreuung und einer hohen Vermittlungschance, weil nun sie nicht mehr alleine in einem rundum geschlossenen Gebäude „unsichtbar“, wenn auch nicht unhörbar, sitzen. Sie haben sogar eine gewaltige Aufmerksamkeit: Vor Ort und via Webcam in den Rest der Welt. Diese Aufmerksamkeit hat dann auch der Tierschutz La Oliva …

Jessica Allkemper: „Ausgefuchst“ nennt man das …

Susanne Haselhorst: „Fair“ nenne ich das. Wir bringen uns in Stellung, das Rathaus zieht mit. Der ein oder andere Schachzug sei mir gegönnt.

Jessica Allkemper: Und? Zieht das Rathaus mit?

Susanne Haselhorst: Ein klares JA in allen Bereichen, insbesondere unter allen Bedingungen.

Jessica Allkemper: Welche Bedingungen?

Susanne Haselhorst: DC & THF arbeiten nicht für einen Verein, sie stellen ihre Eigenleistung in den Dienst der Tiere, der guten Sache. Die Gemeinde addiert ihren Part. Im Trio finden wir einen soliden Tierschutz, eine gute Tierpflege, eine hohe Aufmerksamkeit für das Thema und eine breitgefächerte Vermittlung.

Jessica Allkemper: Hat Dir bei dem Gespräch das OKAPI-Debakel geschadet?

Susanne Haselhorst: Sicher, das war nun wahrlich nicht der beste Zeitpunkt. Man ist gegen ein „Einmischen von außen“ mehr als negativ gepolt. Doch mischt man DC und die THF nicht in diesen Topf. Man hat klar erkannt, der Wille geht in dieselbe Richtung und man erkennt, wer konstruktiv auftritt und wer nicht.

Jessica Allkemper: Wie geht es nun weiter?

Susanne Haselhorst: Claudina Morales reicht nun zügig den Antrag zur Bebauung weiter. Da es sich hier nicht um ausladende Vorhaben handelt, ist eigentlich damit zu rechen, dass es keine Schwierigkeiten geben wird. Die Errichtung der „Tiertafel“ muss von der Sozialbehörde geprüft werden, wie man diese so umsetzen kann, dass wirklich nur bedürftige Tierbesitzer profitieren. Sind all diese Dinge geklärt, arbeiten wir einen Vertrag aus, der das „Miteinander“ regelt. In einem regelmäßigen Zeitplan treffe ich mich mit der Bürgermeisterin vor Ort und wir besprechen das, was anliegt. Der Faktor „Kommunikation“ ist ein ganz wesentlicher.

Jessica Allkemper: Was ist mit den Behauptungen, La Oliva schläfert die Hunde ein?

Susanne Haselhorst: Tja und da haben wir dann die Form der Kommunikation, die nun wahrlich keiner braucht: „Geplapper.“ Fragt man detailliert nach, werden die Antworten ausweichend. Leute, die die Hintergründe nicht kennen, sollten sich nicht aus dem Fenster lehnen und ihr Halbwissen in die Welt krähen. Fakt ist, in La Oliva wird nicht eingeschläfert. Aber es gibt Fälle, in denen der Veterinär entscheidet, dass ein Einschläfern die humane Endlösung ist. Diese Entscheidung obliegt nun mal einem Tierarzt. Genau dieses Gerede schadet dem soliden Tierschutzgedanken ungemein und es sind exakt diese Leute, die mich bewegt haben, kategorisch NEIN zu einer Zusammenarbeit zu sagen. Das sagt übrigens auch das Rathaus Puerto del Rosario und ich habe diesen Entschluss mehr als bekräftigt.

Jessica Allkemper: Du hast inzwischen einen sehr guten Kontakt zu dem Rathaus Puerto del Rosario. Kannst Du hier unseren Mitgliedern ein sachliches Statement zu dem Status Quo geben? Auch bezüglich OKAPI?

Susanne Haselhorst: Das tue ich gerne in einem anschließenden, separaten Bericht. Hut ab vor dem, was hier die Gemeinde auf die Beine stellt. Es ist viel passiert nach der zweiten Dezemberwoche, in der wir dort vorstellig waren und es freut mich, dass sie auch jetzt das Gespräch und den Rat suchten und – natürlich – halte ich diesen Kontakt aufrecht! Aufpeitschen und Hysterie helfen keinem Tier, ich bevorzuge sachliche Fakten. Der Tierfreund im fernen Deutschland soll hier genau dieses erhalten: Fakten. Fantasten mögen sich untereinander austauschen, wenn es ihnen denn zu irgendetwas dienlich ist, aber bitte nicht die Öffentlichkeit irritieren.

Jessica Allkemper: … ich weiß, Du hast Deine Erfahrungen - die haben wir alle und wir alle haben daraus gelernt. Wir freuen uns, dass wir ein gutes Stück weiter gekommen sind.

Susanne Haselhorst: … es spricht nichts dagegen, dass es so bleibt. Arbeiten wir einfach konzentriert weiter, es liegt viel vor uns, aber wir sind auf einem guten Weg.

Jessica Allkemper: Wir bleiben am Ball!

 

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