Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern Klicken zum Vergrößern

Der Podenco

Die Rasse Podenco gehört zu den Urtypen der Hunderassen. Man sagt auch, dass sie zu den ältesten Hunderassen der Welt zählt. Der Ursprung des Podenco wird im alten Ägypten vermutet. Einer seiner Vorfahren war der Kelb tal-Fenek aus Malta. Die Ähnlichkeit mediterraner Windhunde zu dem Pharaonenhund und dem Cineco d‘ell Etna ist eindeutig. Die heutigen Ursprungsländer des Podenco sind Spanien, mit den Balearen und Kanaren und Portugal. Hier lebt er in einem Klima, welches breitengradmäßig mit dem Ägyptens vergleichbar ist.

Häufig werde ich nach der Vorgeschichte „unserer“ Podencos befragt. Ich muss dann meistens antworten: „Ich kann es Ihnen nicht genau sagen“. Aber an den Verhaltensweisen der Tiere kann man oft erkennen, was so mancher Hund durchgemacht hat.

Der Podenco ist aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit ein beliebter Begleiter des Jägers. Genau diese Eigenschaft ist es, die einem Podenco heute noch ein Überleben ermöglicht. So wird er gezwungen, ausgesetzt in glühender Hitze tagelang auf einer Müllhalde auszuharren. Oder er fristet ohne Versorgung mit Futter und Wasser ein tristes Dasein, angebunden und ohne menschliche Zuwendung, weil der spanische Jäger ganz eigene Vorstellungen von einem Hundebegleiter hat.

Wobei der Begriff „Begleiter des Jägers“ schon falsch gewählt ist - treffender wäre „Jagdmaschine“.  Leider werden jedes Jahr Hunderte dieser Tiere ausgesetzt oder, was noch häufiger vorkommt, erschlagen, erwürgt, ertränkt, aufgehängt oder im „günstigsten“ Fall erschossen. Nach jeder Jagdsaison wird nach Gewinnern und Verlierern aussortiert, getötet oder ausgesetzt, zum Sterben verurteilt. Wenn die Hunde viel Glück haben, landen sie in einem Tierheim (Perrera) der Tierschützer vor Ort, wo zunächst die medizinischen Voraussetzungen für ein späteres, besseres Leben dieser Geschöpfe geschaffen werden.

Verwendungsbereich: Ihre hauptsächliche Verwendung finden diese Hunde in der Kaninchenjagd. Nur dazu werden sie auf den Kanaren gezüchtet. Sie sind aufgrund ihrer hervorragend ausgeprägten Ohren, Nase und Augen und ihrer Anpassungsfähigkeit an Klima und Boden beliebte Begleiter der Jäger. Der Podenco wird überwiegend in der Meute eingesetzt, meist nur Hündinnen und dazu ein Rüde. Seine Besonderheit, die Beute lebend zu apportieren und dem Jäger vor die Füße zu legen, macht ihn zu einem aufregenden Begleiter.

Charaktereigenschaften: Der Podenco ist meiner Meinung nach der „etwas andere“ Hund. Er ist eine Mischung aus Hund und Katze. Der Podenco ist sehr sensibel, kann eigensinnig sein wie eine Katze und wird oftmals nicht auf das erste Wort hören. In seinem Handeln sucht er immer Sinn und Zweck. Sie müssen sich als Podenco-Halter schon etwas einfallen lassen, um ihm gerecht zu werden. Es handelt sich um eine der reinsten Rassen, welche Züchter noch nicht „verdorben“ haben.

Nicht zu unterschätzen ist sein Jagdtrieb - nur aus diesem Grund wurde er gezüchtet. Aber auch diesen kann man in akzeptable Bahnen lenken, wenn man mit dem Hund arbeitet. Den Trieb ganz zu unterbinden hieße, den Willen und Charakter des Podencos zu brechen. Wer meint, dies tun zu müssen, sollte sich lieber einen anderen Hund zulegen, eben einen „stinknormalen“!

In der Regel sind Podencos sehr sozial und daher nicht so verstört im Umgang mit anderen Hunden wie manch deutscher Hund. Sie lieben es, mit ihren Artgenossen zu spielen und sich beim Ruhen anzukuscheln. Aufgrund dieser Eigenschaft ist es meiner Meinung nach angebracht, einen Podenco in einem Rudel von mindestens zwei Hunden zu halten. Aufgrund ihrer Intelligenz testen sie ihren Menschen ständig aus und durchschauen ihn sehr schnell. Geduld und vor allem Konsequenz ist dann gefragt.

In der Wohnung ist ein Podenco entweder „nicht anwesend“, weil er irgendwo ruhig in der Ecke liegt und ruht/schläft, oder er ist ständig im Weg, weil er so schrecklich neugierig ist. Da Podencos gerne erhöht liegen, ist die zuvor zitierte „Ecke“ in der Regel ein Sofaplatz. Schmusestunden und Körperkontakt sind ein Muss für die Seele des Podencos, diese holt er sich jedoch selbst. In der Regel bestimmt er, wann er mit seinem Menschen schmusen/Kontakt haben möchte. Zu etwas zwingen lässt er sich eigentlich nicht. Da kommt wieder seine große Eigenständigkeit zum tragen.

Wie ich schon zu Anfang sagte: Das Wesen des Podenco kommt dem der Katze sehr nahe. Das kann man auch öfter an seinem Sauberkeitsverhalten erkennen - ein Podenco putzt sich oftmals wie eine Katze.

Katzenverträglichkeit (immer wieder eine gern gestellte Frage):
Podencos sind in ihrem Rudelverband außerordentlich soziale Hunde. Dieses Verhalten gilt nicht nur für andere im Haushalt lebende Artgenossen, sondern auch für uns Menschen und andere Tiere. Natürlich spielen in einem Familienverband immer viele Faktoren eine Rolle, doch gibt es zwischen einem Podenco und einer Katze in der Regel keine Probleme. Diese können evtl. entstehen, wenn die Katze zu flüchten versucht, was dazu führt, dass, wie bei jedem anderen Hund auch, der Hetztrieb aktiviert wird. Da ein Podenco nicht die Raubzeugschärfe anderer Hunde besitzt, wird er einer ruhigen und friedlichen Katze nichts antun. Doch Vorsicht: Auch wenn der Podenco zuhause ein Katzenfan ist, kann es außerhalb der Wohnung aufgrund seines Hetztriebes zur Jagd auf Katzen kommen! 

Verträglichkeit mit sonstigen Tieren: Der Podenco ist für die Hasenjagd gezüchtet worden und wird in vielen Teilen Südeuropas nur zu diesem einen Zweck gehalten. Deshalb ist eine Zusammenführung mit Kleintieren wie Kaninchen, Chinchillas, Ratten o. ä. nur unter Vorbehalt zu wagen. Auch hier ist es wichtig, dass die Kleintiere nicht flüchten, doch tun die meisten Kleintiere dies instinktiv, und dann wird wieder der Hetztrieb in Kraft gesetzt. Die Zusammenführung sollte gut geplant werden. Lassen Sie Ihren Hund trotzdem nicht mit dem Kleintier allein.

Rassebeschreibung: Aufgrund der teilweise unkontrollierten Population der Podencos ist diese Hunderasse auf Fuerteventura in den verschiedensten Farben und Größen vertreten. Die Schulterhöhe liegt zwischen 50 und 70 cm, die Farben reichen von ganz weiß, weiß/braun gefleckt, braun/weiß gefleckt über ganz braun bis zu braun mit weißen Blässen. Der Podenco wiegt ca. 15 kg bis 27 kg. Er ist sehr schlank und muskulös. Sein Markenzeichen sind u. a. seine großen, stehenden Ohren. Sein Fell ist kurz oder auch struppig (Rauhaarpodenco). Aufgrund seines kurzen Haarkleids und des oftmals fehlenden Unterhautfettgewebes kommt es beim ersten Winteraufenthalt in Deutschland oft vor, dass das Tier mächtig friert. Ein „Mäntelchen“ ist dann angebracht.

Erfahrungen mit unseren eigenen bzw. Pflege-Podencos: Alle zuvor näher beschriebenen Eigenschaften oder Verhaltensweisen trafen mehr oder weniger auch auf unsere Podencos zu. Jeder Hund ist ein eigenständiges Individuum und somit unterschiedlich veranlagt. Eines hatten jedoch alle gemein: Sie wollten laufen, toben und miteinander spielen. Spielen ist überhaupt das Größte für Podencos; ich glaube, sie werden nie erwachsen.  Alle waren sehr sozial, die Rangordnung im Rudel war immer schnell geklärt und wurde auch eingehalten.

Die Katze meiner Schwester musste gewöhnlich herhalten, um die Katzenverträglichkeit der zu vermittelnden Hunde auszuloten. Die Reaktion der Podencos ging von „Ignoranz“ bis zu gesteigertem Interesse. Aber nie war ein Podenco böse zu der Katze. Ein Zusammenleben zwischen Podencos und Katzen ersehe ich nicht als Problem (Ausnahmen bestätigen auch hier, wie überall im Leben, die Regel).

Die Lauffreudigkeit und der Bewegungsdrang dieser Hunderasse ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Einen Podenco kann man nicht mit einem kleinen Spaziergang um den Häuserblock zufriedenstellen. Mindestens 1-2 Stunden Auslauf am Tag sollte man ihm schon gönnen. Aber Vorsicht: Ein Podenco, der schön brav neben Ihnen her läuft, kann im nächsten Augenblick einen gewaltigen Sprung seit- oder vorwärts vollziehen, wenn er irgendwo im Busch, auf der Straße oder sogar unter der Grasnarbe etwas Interessantes erspäht. Auf einen sehr kräftigen Ruck an der Leine sollten Sie sich dann einstellen. Auch ausgedehnte Sprints und Verfolgungsrennen auf großen, möglichst eingezäunten Freilaufflächen gehören im Freien zu den Lieblingsbeschäftigungen der Podencos.

Sie glauben gar nicht, wie ruhig sich der Hund bei genügend Auslauf in der Wohnung/im Haus verhält. Er zieht sich dann in seine „stille Ecke“ zurück, um ein paar Stunden zu ruhen oder zu schlafen. Diese Möglichkeit sollte man ihm auf jeden Fall gewähren, sonst könnte der Podenco eine Unzufriedenheit an den Tag legen, die Sie in Erstaunen versetzt. Innenarchitektur gehört dann u.U. zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.

Der Lieblingsplatz zum Schlafen ist das Sofa. Über kurz oder lang hat sich jeder unserer Podencos seinen Sofaplatz ergattert. Der Podenco liegt eben für sein Leben gerne erhöht und natürlich bequem. Dort fühlt er sich „sauwohl“ und hält in der Wohnung mehrere Stunden am Tag seine Siesta ab.

Oft werde ich darauf angesprochen, ob ein Podenco denn kinderlieb sei. Diese Frage kann ich eindeutig bejahen. Unsere Podencos sind alle kinderlieb gewesen, sind auf die Kleinen zugegangen und haben sie zum Spielen aufgefordert. Wenn sie dann keine Lust mehr hatten, haben sie sich zurückgezogen. Dies sollte man den Hunden auch zugestehen und ermöglichen.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Beziehung Podenco – Mensch und Gehorsam eingehen. Wenn man einen Podenco ruft oder ihm einen anderen „Befehl“ gibt, heißt das noch lange nicht, dass er diesen aufs Wort ausführt. Er kann es, aber er will es oftmals nicht sofort. Er sieht in der Regel eben immer einen Nutzen in seinem Tun. Podencos haben zwar große Ohren, aber die sind oft auf Durchzug gestellt. Der Podenco ist, wie schon zu Anfang erwähnt, ein sehr eigenständiger Hund. Auch Schmusen mit seinen Menschen gehört zu seinem Tagesablauf, aber nicht unbedingt, wenn Mensch das will - wenn er schmusen will, geht er zu seinem Menschen.

Autor: Christel und Achim Weisheit
 

Wissenswertes >> Interessantes / Wissenswertes >>

zur Startseite - Tierhilfe Fuerteventura e.V.
zur Startseite - Tierhilfe Fuerteventura e.V.

 

Der Podenco