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Gemeinsam für die Ärmsten der Armen

Wie viele Hunde und Katzen auf den Straßen Osteuropas leben müssen, weiß niemand. Aber einige Zahlen lassen das Ausmaß der Tragödie ahnen:

Allein in der moldawischen Hauptstadt Chisinau (721.000 Einwohnern) schlagen sich nach Angaben von Tierschützern derzeit etwa 30.000 Streuner mehr schlecht als recht durchs Leben; die Zahl der Streunerhunde in der rumänischen Hauptstadt Bukarest wird auf 30.000 – 200.000 geschätzt.

Obwohl in vielen Ländern Osteuropas rechtliche Grundlagen geschaffen wurden, um das Leben der Straßenhunde und Streunerkatzen zu schützen (das Töten gesunder Tiere in Rumänien inzwischen verboten), ist das Leben eines Streuners in Rumänien, Ungarn, Moldawien, Bulgarien oder Polen immer noch weniger wert als nichts.

Streunerhunde werden überall gejagt und auf brutalste Weise getötet - weil sie als Überträger der gefürchteten Tollwut gelten, weil sie niemand „brauchen“ kann, weil sie einfach da sind. Sie ernähren sich von dem Wenigen, was die Müllreste hergeben, und wer den eiskalten Winter überlebt, hat Glück gehabt. Die Hunde werden gefangen und in Tötungsstationen gebracht, wo sie nach einer bestimmten Frist getötet werden. Dass die Tiere nicht per Injektion „eingeschläfert“ werden, dürfte jedem klar sein – ein „sanfter Tod“ kostet Geld.

Und ein Streuner ist immer in Gefahr, von einem Hundefänger aufgegriffen zu werden, denn das Einfangen der Straßenhunde ist in Osteuropa häufig ein gutes Geschäft. So zahlten rumänische Gemeinden bis vor kurzem umgerechnet bis zu 25 Euro pro Hund - bei einem durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen von 200 Euro ein häufig genutzer Nebenerwerb. Ungarische Hundefänger erhalten nach einer vorgeschriebenen Frist, in der die Tiere in provisorischen Zwingern verwahrt werden, das alleinige Verwertungsrecht an dem gefangenen Hund – sie können das Tier einem Tierheim übergeben, zur Zucht verwenden, verkaufen – oder töten.

Doch Hunde ohne Halsband und Marke sind „Freiwild“ nicht nur für bezahlte Hundefänger: Immer wieder kommt es zu Misshandlungen und regelrechten Massakern - zum großen Teil von den Gemeinden organisiert. Rumänien hat inzwischen aufgrund zahlreicher Proteste von Tierschützern (nicht nur aus dem westlichen Ausland) seine Tötungsmaschinerie zumindest zeitweise gestoppt und die Verabschiedung eines modernen Streunerhunde-Gesetzes angekündigt; tatsächlich aber wird in Teilen des Landes immer noch systematisch Jagd auf Straßenhunde gemacht. So wurden in der Umgebung der Karpaten-Stadt Bras¸ov im September 2009 an die tausend Hunde brutal getötet.

Bulgarien hat seit 2008 ein modernes Tierschutzgesetz, das allerdings nach Aussagen von Tierschützern vor Ort in erster Linie auf dem Papier existiert – noch immer werden in ehemaligen Tötungsstationen („Isolatoren“), die sich jetzt Tierheime nennen, Hunde geschlagen, misshandelt und getötet.

Trotz alledem ist in Osteuropa langsam ein Umdenken der Verantwortlichen erkennbar: Töten kostet Geld, das auch in die Rettung von Leben investiert werden könnte. Der Bürgermeister von Chisinau beispielsweise hat eine Tierschutzorganisation um Unterstützung bei Streuner-Kastrationsprojekten gebeten. Moldawien gehört damit neben Bulgarien, Serbien, der Slowakei und Rumänien zu den Ländern, die im Umgang mit Streunertieren auf die Unterstützung von Tierschützern setzen.

Ohne die Hilfe engagierter Tierschützer, die Kastrationsprojekte durchführen, örtliche Tierheime unterstützen, Sachspenden transportieren und Tiere vermitteln, können und werden sich die dortigen Zustände nicht ändern.

Vielleicht fragen Sie sich, warum wir als Tierschutzverein, der sich auf Fuerteventura engagiert, darüber berichten. Tatsache ist, dass diese Tiere alle Unterstützung brauchen, die sie bekommen können: Weder Rumänien, noch Bulgarien oder Moldawien sind typische Urlaubsländer, d.h. die Tierschützer vor Ort können nur begrenzt auf die Aufmerksamkeit westlicher Länder hoffen.

Während zahlreiche Urlauber dazu beigetragen haben, die Situation der Tiere in Spanien, Italien und Griechenland in den Blick einer breiten Öffentlichkeit zu rücken, ist das Tier-Elend in Osteuropa hierzulande selten ein Thema. Hinzu kommen logistische Probleme: Sachspenden per Luftfracht nach Puerto del Rosario, Palermo oder Iraklio zu transportieren, ist in der Regel einfacher, als einen Spediteur oder Privatmann zu finden, der Timis¸oara oder Chisinau anfährt und bereit ist, zusätzlich ein paar Boxen, Decken oder Futter mitzunehmen.

Die Streuner Osteuropas haben zudem einen unbarmherzigen Feind, den südeuropäische Straßenhunde und –katzen nicht kennen: Bei Wintern mit Temperaturen bis -40° hängt das Überleben der Tiere an einem seidenen Faden.

Die Zustände in den Tierheimen sind katastrophal. Es fehlt vor allem an Decken und Körbchen, die gegen die Kälte schützen, und artgerechtem Futter.

Wir bitten Sie daher von Herzen: Wenn Sie etwas entbehren können (Hunde- und Katzenkörbe, Decken, Kissen, Handtücher als dringend benötigte Unterlagen, damit die Tiere besser gegen die Kälte geschützt sind, und natürlich auch andere Dinge, die den Tieren helfen können), setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Wir werden Ihre Spende dann an Vereine weiterleiten, mit denen wir in Kontakt stehen. Sie können sich sicher sein, dass die Tiere auf Fuerteventura durch diese Spenden nicht benachteiligt werden.

Gemeinsam für die Ärmsten der Armen - denn Tierschutz kennt keine Grenzen.

Kontakt:
Stephanie Hille

E-Mail: Stephanie.Hille@THF-Verein.de

Autor: Stephanie Hille
 

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