MITTELMEERKRANKHEITEN - PROPHYLAXE - AUFKLÄRUNG


Gerade in der letzten Zeit wird das Thema "Mittelmeerkrankheiten" wieder ganz aktuell und heiss diskutiert und auch auf einigen Internet-Seiten wird publik gemacht, man könne einen seriösen Verein daran erkennen, ob dieser Tests auf Mittelmeerkrankheiten durchführt oder nicht; speziell wird immer wieder die Krankheit Leishmaniose erwähnt.

Wir möchten Sie auf dieser Seite darüber informieren, wie hoch die Gefahr einer Infektion auf den Kanaren ist, speziell Fuerteventura, und welche Vorsichtsmaßnahmen wir ergreifen und anwenden und trotz der Aussage: "kommt bei uns nicht vor" seriös und verantwortungsbewußt handeln.

Sicherlich trifft es gerade auf Länder und Inseln im MITTELMEERraum zu, dass dort vermehrt und besonders häufig diese Krankheiten auftreten und wir stimmen voll und ganz zu, dass gerade Tiere aus diesen Gebieten nicht ungetestet ausgeflogen und in ein neues Zuhause vermittelt werden sollten. Die Notwendigkeit eines Test's ist hier ganz klar gegeben und überhaupt nicht diskussionsbedürftig (wenngleich die Tests nicht 100%-tig sicher sind und unter Berücksichtigung, dass das Tier noch zwischen dem Test und der Ausreise infiziert werden könnte).

 


Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

und diese liegen im

ATLANTIK!

 
  





Fotos: www.pixelquelle.de


Natürlich gibt es auf den Kanaren auch Mücken und Zecken . . .

. . .  und Mücken und Zecken sind die Überträger der sogenannten Mittelmeerkrankheiten,

. . . aber nicht jede Mücken- oder Zeckenart trägt diese Erreger in sich und infiziert andere Lebewesen damit,

. . . und auf den Kanaren kommt die Leishmaniose-Erkrankung lt. Erfahrungswerten und einer aktuellen Studie nur in ganz minimaler Form vor (2 Hunde von 700! = 0,3%).


Wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung auf den Kanaren?

Aus dem Artikel "Arthropodenübertragene parasitäre Infektionen und Zecken bei Hunden auf Teneriffa" von Rosemarie Stenzenberger und R. Gothe aus dem Institut für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie (Vorstand: Prof. Dr. R. Gothe) der Ludwig-Maximilians-Universität München, haben wir zur Verdeutlichung folgende Zusammenfassung entnommen:


Bei 700 untersuchten Hunden unterschiedlicher Haltungs- und Lebensweisen auf der Kanaren-Insel Teneriffa wurde festgestellt:

Keine Infektion:
447 Hunde
=
63,9%
Insgesamt infiziert, davon wie aufgeführt (s.u.):
253 Hunde
=
36,1%
Dirofilaria immitis (Herzwurm):
158 Hunde
=
22,6%
Babesia canis (Babesiose):
48 Hunde
=
6,9%
Hepatozoon canis (relativ unerforscht):
18 Hunde
=
2,6%
Erlichia canis (Erlichiose):
15 Hunde
=
2,1%
Dirofilaria repens (Wurm im Unterhautgewebe):
5 Hunde
=
0,7%
Leishmania (Leishmaniose):
2 Hunde
=
 0,03%   

Lt. Herrn Dr. rer. nat. Torsten J. Naucke (www.leishmaniose.de) ist dieser Bericht recht aktuell.


Zudem wurde uns von tierärztlicher Seite (Fdo. Ruth Louise Blanco Johnson, Fuerteventura) schriftlich bestätigt, dass die einzigen bekannten Leishmaniose-Fälle auf der Insel Fuerteventura nachweislich Tiere vom Festland waren. 


Wir haben in den Anfangsjahren Tests durchführen lassen, obwohl dies damals schon sehr aufwendig und kostenintensiv gewesen ist. Aufgrund der vielen Negativ-Tests und der hohen Kosten, führen wir die Tests nur noch auf ausdrücklichen Wunsch der Interessenten durch, die sich bereits für einen Hund entschieden haben und natürlich beiTieren, die Symptome einer Erkrankung haben.

Ebenfalls werden alle Hunde von uns einem Mittelmeercheck unterzogen, die bereits länger als drei Monate in einer unserer Pflegestellen in Deutschland sind.

Aufklärung: Tests auf Fuerteventura angebracht und wie sicher sind sie?

Bei unseren Vermittlungsgesprächen wird das Thema Mittelmeerkrankheiten nicht verschwiegen, im Gegenteil! Schon beim Erstgespräch am Telefon weisen wir darauf hin, zusätzlich auch noch einmal bei der Vorkontrolle. Wir raten JEDEM neuen Besitzer, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase den Tierarzt zu einer allgemeinen Untersuchung auf zu suchen und nach 3-6 Monaten in Deutschland einen Bluttest auf Mittelmeerkrankheiten durchführen zu lassen, da die Inkubationszeit gerade bei der Leishmaniose mindestens 3 Monate beträgt.

Natürlich können wir auf Wunsch des Interessenten, der sich für ein Tier entschieden hat, einen Test bereits im Vorfeld machen lassen. Die zusätzlichen Kosten von rund 50 EUR werden dann im Fall einer Negativ-Testung von dem neuen Besitzer getragen. Sollte der Test ein positives Ergebnis bringen, wird die ganze Vermittlung neu überdacht und die Kosten selbstverständlich von uns getragen.

Da die Tests nicht 100%-tig zuverlässig sind, übernehmen wir hierfür verständlicherweise -wie andere Vereine auch- keine Gewähr. Desweiteren könnte es theoretisch möglich sein, dass das Tier kurz vor dem Test infiziert wurde, es im Blut aber noch nicht ersichtlich ist oder zwischen dem Test und der Ausreise noch infiziert wird. Daher ist es wesentlich sinnvoller und bietet weitaus mehr Sicherheit, das Tier in Deutschland testen zu lassen, allerdings erst nach einigen Monaten. Selbst bei einer Negativ-Testung im Ausland sollte der Test in Deutschland nach 3-6 Monaten wiederholt werden, ganz gleich, woher Sie Ihr Tier haben!

Gesundheit und Tierschutz haben höchste Priorität!

Sowohl auf Fuerteventura, als auch hier in Deutschland, vermitteln wir die Hunde ausschließlich komplett durchgeimpft, entwurmt, gechipt und ab einem gewissen Alter ausnahmslos kastriert.

Viele Tierschutzvereine aus dem Mittelmeer-Raum lassen zwar grundsätzlich den Mittelmeercheck durchführen, vermitteln jedoch dann ihre Tiere aus Kostengründen unkastriert. Vielfach sind diese Tiere auch nicht durchgeimpft, sondern haben nur die für die Einreise nach Deutschland vorgeschriebene Tollwutschutz-Imfpung.

Kaum ein Auslands-Tierschutzverein kann sich bei einer Vermittlungsgebühr von ca. 250 EUR "leisten", grundsätzlich jedes Tier kastriert, voll durchgeimpft und getestet zu vermitteln, da die Tiere meist in einem erbarmungslos schlechten Zustand in die Obhut der Tierschützer gelangen und hier schon im Vorfeld pflege- und kostenintensive Behandlungen notwendig sind.

Sichere Prophylaxe: Wie schützen wir unsere Tiere vor den unangenehmen Parasiten, ganz gleich ob Krankheitsüberträger oder nicht?

Einige Tierschutzvereine verwenden zur Prophylaxe das Scalibor-Halsband der Firma Intervet, dessen Hauptbestandteil der Wirkstoff "Deltamethrin" ist. Für uns, deren Hunde im Rudel leben, absolut unvorstellbar, denn die Gefahr der Strangulation ist viel zu hoch, gerade bei den Junghunden, die sehr viel miteinander spielen. Ebenso könnten sich die Hunde die Halsbänder gegenseitig anknabbern und Teile davon verschlucken.


Deshalb schützen wir unsere Hunde vor Zecken, Stechmücken und Fliegen durch

1. Lokalbehandlung jedes einzelnen Tieres und

2. besprühen der Gehege und Schlafplätze.

Hierbei wird ein Mittel der Firma Intervet verwendet, dass den gleichen Wirkstoff (Deltamethrin) enthält, wie das Scalibor-Halsband.