WISSENSWERTES ÜBER DIE RASSE PODENCO von Achim Weisheit


Sie haben sich in einen Podenco verliebt? Sie sind angetan von seinem Äußeren und seiner Art, sich zu bewegen?

Dann sollten Sie sich die nachfolgenden Infos, wenn nicht schon geschehen, doch einmal genau durchlesen um Ihr vielleicht zukünftiges Familienmitglied besser kennen und verstehen zu lernen.



 





         PODENCO . . .      
  





. . .  der etwas andere Hund!



Der Ursprung:

Die Rasse „Podenco“ gehört zu den „Urtypen“ der Hunderassen. Man sagt auch, dass er zu den ältesten Hunderassen der Welt zählt. Sein Ursprung wird im alten Ägypten vermutet. Einer der Vorfahren war der Kelb tal-Fenek aus Malta. Die Ähnlichkeit mediterraner Windhunde zu dem Pharaonenhund und dem Cineco d`ell Etna ist eindeutig. Die heutigen Ursprungsländer der Podencos sind Spanien, mit den Balearen und Kanaren und Portugal. Hier lebt er in einem Klima, welches breitengradmäßig mit Ägypten vergleichbar ist.

Rassebeschreibung:

Aufgrund der teilweise unkontrollierten Population der Podencos ist diese Hunderasse in den verschiedensten Farben und Größen auf Fuerteventura vertreten. Die Schulterhöhe liegt zwischen 50 und 70 cm, die Farben reichen über; ganz weiß, weiß/braun gefleckt, braun/weiß gefleckt, braun, braun mit weißen Blässen bis schwarz-schwarz/weiß.

Der Podenco wiegt ca. 15 kg bis zu 30 kg. Er ist sehr schlank und muskulös. Sein Markenzeichen sind u. a. seine großen, stehenden Ohren.

Sein Fell ist kurz oder auch struppig (Rauhaarpodenco). Aufgrund dessen, dass ihnen oftmals das Unterfettgewebe fehlt, kommt es im ersten Winteraufenthalt in Deutschland oft vor, dass das Tier mächtig friert. Ein „Mäntelchen“ ist dann angebracht.

"Verwendungsbereich":

Ihre hauptsächliche Verwendung finden diese Hunde in der Kaninchenjagd. Nur dazu werden sie auf den Kanaren gezüchtet. Sie sind aufgrund ihrer hervorragend ausgeprägten Ohren, Nase und Augen und ihrer Anpassungsfähigkeit an Klima und Boden beliebte Begleiter der Jäger. Der Podenco wird überwiegend im Rudel-Meute- eingesetzt, meist nur Hündinnen und dazu ein Rüde. Seine Besonderheit, die Beute lebend zu apportieren und seinem Jäger vor die Füße zu legen, machen ihn zu einem aufregenden Begleiter.

Charaktereigenschaften:

Der Podenco ist meiner Meinung nach der „etwas andere Hund“. Es ist eine Mischung aus Hund und Katze. Es ist sehr sensibel und kann Eigensinnig sein wie eine Katze. Er wird oftmals nie auf das 1. Wort hören. In seinem Handeln sieht er immer Sinn und Zweck seines Tun`s. Sie müssen sich als Podenco-Halter schon etwas einfallen lassen, um ihm gerecht zu werden.

Nicht zu unterschätzen ist sein Jagdtrieb, nur aus diesem Grunde wurde er gezüchtet. Es handelt sich um eine der reinsten Rassen, die die Züchter noch nicht „versaut“ haben. Aber auch diesen kann man in akzeptable Bahnen lenken wenn man mit dem Hund arbeitet. Den Trieb ganz zu unterbinden hieße, man müsste dem Podenco seinen Willen und den Charakter brechen.

Wer meint, nicht mit den zuvor genannten Charaktereigenschaften klar zu kommen, der sollte sich dann lieber einen anderen Hund zulegen..... eben einen stink normalen!!!!!!


 
In der Regel sind Podencos sehr sozial und daher nicht so verstört im Umgang mit anderen Hunden wie manch deutscher Hund. Sie lieben es, mit ihren Artgenossen zu spielen und sich beim Ruhen an sie zu kuscheln. Aufgrund dieser Eigenschaft ist es meiner Meinung nach angebracht, einen Podenco in einem Rudel von mind. 2 Hunden zu halten.



Aufgrund ihrer Intelligenz testen sie, im Umgang mit ihrem Menschen, dieses ständig aus und durchschauen ihn auch sehr schnell. Geduld und vor allem Konsequenz ist dann gefragt.

In der Wohnung ist ein Podenco entweder nicht anwesend, weil er irgendwo ruhig in der Ecke liegt und ruht/schläft, oder er ist ständig im Weg weil er so schrecklich neugierig ist. Da Podencos gerne erhöht liegen, ist die zuvor zitierte „Ecke“ in der Regel ein Sofaplatz. Schmusestunden und Körperkontakt sind ein Muss für die Seele des Podencos, diese holt er sich jedoch selbst. In der Regel bestimmt er, wann er mit dem Menschen Schmusen/Kontakt haben möchte. Zu etwas Zwingen läst er sich in der Regel nicht. Da kommt wieder seine große Eigenständigkeit zu tragen, die dafür sorgt, dass es ihm (sich selbst natürlich) gut geht. Wie ich schon zu Anfang sagte, das Wesen des Podenco`s kommt auch dem Wesen der Katze sehr nahe. Das kann man auch öfters an seinem Sauberkeit`s-Verhalten erkennen. Ein Podenco putzt sich oftmals wie eine Katze, er leckt sein Fell und auch alle anderen Körperteile, nach Bedarf sauber.

Zur Vorgeschichte der meisten Podencos:

Oftmals werde ich nach der Vorgeschichte „unserer“ Podencos befragt. Ich muss dann meistens sagen, „ich kann es ihnen nicht genau sagen“. Aber an den Verhaltensweisen der Tiere kann man oft erkennen, was so mancher Hund durchgemacht hat.

Das der Podenco, aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit, ein beliebter Begleiter des Jägers ist, hatte ich ihnen ja schon zuvor geschildert. Doch genau diese Eigenschaften sind es, die einem Podenco noch heute ein Überleben ermöglichen.

So wird er gezwungen, ausgesetzt in glühender Hitze auf einer Müllhalde tagelang auszuhalten. Oder er fristet ohne Versorgung mit Futter und Wasser sein tristes Dasein, angebunden und ohne menschliche Zuwendung, weil der spanische Jäger ganz eigene Vorstellungen von einem Hundebegleiter hat. Wobei das Wort ‘Hundebegleiter’ schon falsch gewählt ist, treffender wäre Jagdmaschine.

Leider werden jedes Jahr Hunderte dieser Tiere ausgesetzt oder, was noch häufiger vorkommt, erschlagen, erwürgt, ersäuft, aufgehängt oder im günstigsten Fall erschossen. Nach einer Jagdsaison wird aussortiert nach Gewinner und Verlierer , getötet oder ausgesetzt, zum Sterben verurteilt.




Wenn diese Hunde dann viel Glück haben, landen sie in Tierheimen (Perreras) der Tierschützer, wo zunächst die medizinischen Voraussetzungen für ein späteres, besseres Leben dieser Geschöpfe geschaffen werden.



Katzenverträglichkeit: (eine immer wieder gern gestellte Frage)

Podencos sind in ihrem Rudelverband außerordentlich soziale Hunde. Dieses Verhalten gilt nicht nur für andere im Haushalt lebende Artgenossen, sondern auch für uns Menschen und andere Tiere.

Natürlich spielen in einem Familienverband immer viele Faktoren eine Rolle, doch gibt es zwischen einem Podenco und einer Katze in der Regel keine Probleme.

Diese entstehen evtl. nur dann, wenn die Katze versucht zu flüchten. Dieses führt dazu, wie bei jedem anderen Hund auch, dass der Hetztrieb aktiviert wird. Da ein Podenco nicht die Raubzeugschärfe anderer Hunde besitzt, wird er einer ruhigen und friedlichen Katze nichts antun.

!Doch Vorsicht, auch wenn der Podenco in der Wohnung ein Katzenfan ist, außerhalb der Wohnung kann es, aufgrund seines Hetztriebes zur Jagd nach Katzen kommen!

Verträglichkeit mit sonstigen Tieren:

Der Podenco ist zur Hasenjagd gezüchtet worden und in vielen Teilen Südeuropas nur zu diesem einen Zweck. Deshalb ist eine Zusammenführung mit Kleintieren wie Hasen, Chinchillas, Ratten o. ä. nur unter Vorbehalt zu wagen. Auch hier ist es wichtig, das die Kleintiere nicht flüchten, doch tun dies die meisten Kleintiere und dann wird wieder der Hetztrieb in Kraft gesetzt.

Die Zusammenführung sollte gut geplant werden. Lassen sie ihren Hund trotzdem nicht mit dem Kleintier alleine.

Erfahrungen mit unseren eigenen bzw. Pflege-Podencos:

Alle zuvor näher beschriebene Eigenschaften oder Verhaltensweisen trafen mehr oder weniger auch auf unsere Podencos zu. Jeder Hund ist ein eigenständiges Individum und somit ist auch jeder Hund etwas anders veranlagt als der Andere.

Eins hatten jedoch alle gemein, sie wollten laufen, toben und miteinander spielen. Spielen ist überhaupt das Größte für Podencos, ich glaube, sie werden nie erwachsen. Alle waren sehr sozial und die Rangordnung im Rudel war immer schnell abgeklärt und wurde auch eingehalten.

Die Katze meiner Schwester musste immer herhalten, um die Katzenverträglichkeit der zu vermittelnden Hunde auszuloten. Die Reaktion der Podis ging von „Ignuration“ bis zum „gesteigerten Interesse“. Aber nie war ein Podi böse zu der Katze. Bei Flucht der Katze wurde diese ein wenig gejagt, da wurde der Hetztrieb der Podi`s aktiviert, sobald sich die Katze jedoch wieder vor dem Hund aufstellte, wurde nur interessiert zum Spielen aufgefordert. Ein Zusammenleben zwischen Podencos und Katzen ersehe ich nicht als Problem an (Ausnahmen bestätigen auch hier, wie überall im Leben, die Ausnahme).

Die Lauffreudigkeit und der Bewegungsdrang dieser Hunderasse ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Ein Podenco kann man nicht mit einem kleinen Spaziergang um den Häuserblock zufrieden stellen. 1 – 2 Std. Auslauf sollte man ihm am Tag mindestens schon gönnen. Aber Vorsicht, ein Podi, der schön brav neben ihnen herläuft, kann im nächsten Augenblick einen gewaltigen Sprung zur Seite, oder nach vorne vollziehen, wenn er irgendwo im Busch, auf der Straße oder sogar unter der Grasnarbe etwas interessantes für sich erspäht. Auch ausgedehnte Sprints und Verfolgungsrennen auf großen Freilaufflächen, möglichst eingezäunt, gehören im Freien zu den Lieblingsbeschäftigungen der Podis. Sie glauben gar nicht, wie ruhig, bei genügend Auslauf, der Hund sich dann in der Wohnung/im Haus verhält. Er zieht sich dann in eine stille Ecke zurück, um ein paar Std. zu Ruhen oder zu Schlafen. Diese Möglichkeit sollte man ihm auf jeden Fall gewähren, sonst könnte der Podi eine Unzufriedenheit an den Tag legen, die sie in Erstaunen versetzt. Innenarchitektur gehört dann, u. U., zu seinen Lieblingsbeschäftigungen.

Der Lieblingsplatz zum Schlafen/Ruhen ist das Sofa. Auf kurz oder lang hat sich jeder unserer Podis seinen Sofaplatz ergattert. Der Podi liegt eben für sein Leben gerne erhöht und natürlich bequem. Dort fühlt er sich „sau wohl“ und hält in der Wohnung mehrere Std. am Tag seine „Siestas“ ab.

Oft werde ich darauf angesprochen, ob ein Podenco denn kinderlieb sei. Diese Frage kann ich eindeutig bejahen. Unsere Podis sind alle kinderlieb gewesen, sind auf die Kleinen zugegangen und haben sie zu spielen aufgefordert. Wenn sie dann keine Lust mehr auf die „Kleinen“ hatten, haben sie sich zurückgezogen. Dieses sollte man den Hunden auch zugestehen und ermöglichen.

Beziehung Podenco – Mensch und Gehorsam:

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf dieses Thema eingehen...

Wenn man einen Podenco ruft, oder ihm einen anderen Befehl gibt, heißt das noch lange nicht, dass er diesen aufs Wort ausführt. !!Er kann es!!, aber er will es oftmals eben nicht sofort. Er sieht in der Regel immer einen Nutzen in seinem Tun. Er hat zwar große Ohren, aber die hat er oft auf „Durchzug“ gestellt. Er ist, wie schon zu Anfang erwähnt, ein sehr eigenständiges Wesen. Auch schmusen mit seinen Menschen gehört zu seinem Tagesablauf, aber nicht unbedingt wenn der Mensch das will, wenn er schmusen will, geht „er“ zu seinem Menschen.

Meine Frau und ich sind froh, diese Hunderasse kennen und lieben gelernt zu haben. Wir könnten unsere „Jungs“ nicht mehr wegdenken. Man könnte noch soviel über diese Hunderasse schreiben, was hier jedoch zu weit führen würde. Sollten sie noch irgendwelche Fragen haben, schreiben Sie uns oder rufen uns an.


 









Achim & Christel Weisheit

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